Es ist dunkel, die Laternen leuchten und zwanzig Kinderstimmen singen "Ich geh mit meiner Laterne". Eltern laufen hinterher, manche singen mit, manche filmen. Ein Kind stolpert, die Laterne schwankt - aber sie geht nicht aus. Sankt Martin in der Kita ist für viele Familien der emotionalste Moment im Kita-Jahr. Die Mischung aus Dunkelheit, Licht und Gemeinschaft berührt auch die Erwachsenen. Aber eine gute Martinsfeier beginnt nicht am Abend des Umzugs, sondern Wochen vorher. Diese 12 Ideen machen die Laternenzeit in der Kita zu etwas Besonderem.
Laternen basteln: Von einfach bis wow
Transparentpapier-Laterne (3-6 Jahre): Der Klassiker. Käseschachtel als Boden und Deckel, Transparentpapier als Wand. Kinder reißen buntes Papier in Stücke und kleben es mit Kleister auf. Jede Laterne ist ein Unikat. Tipp: Kleister trocknen lassen, bevor das LED-Licht reinkommt. PET-Flaschen-Laterne (4-6 Jahre): Oberen Teil einer PET-Flasche abschneiden. Mit Transparentpapier und Kleister bekleben. Draht als Henkel. Sieht aus wie ein Heißluftballon und ist in 30 Minuten fertig. Riesenlampion aus Pappe (5-6 Jahre): Pappe zu einem Zylinder rollen. Muster reinschneiden (Sterne, Monde, Herzen). Von innen Transparentpapier hinterkleben. Das Licht scheint durch die Muster. Aufwändiger, aber der Stolz der Vorschulkinder.
Geschichten und Lieder
Die Geschichte von Sankt Martin (3-6 Jahre): Im Morgenkreis erzählen, nicht vorlesen. Mit Figuren oder Bildern: Martin reitet auf seinem Pferd. Es ist kalt. Da sitzt ein armer Mann am Straßenrand. Martin zieht sein Schwert und teilt seinen Mantel. Frage an die Kinder: Hast du schon mal etwas geteilt? Was war das? Laternenlieder-Werkstatt (4-6 Jahre): Die bekannten Lieder singen und eigene Strophen erfinden. "Ich geh mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir. Da oben leuchten die Sterne..." und dann: Was leuchtet noch? Kinder dichten eigene Zeilen. Klanggeschichte: Der Laternenumzug (3-6 Jahre): Mit Instrumenten den Laternenumzug vertonen. Klangstäbe = Schritte. Rassel = Wind. Triangel = die Laterne leuchtet auf. Trommel = Sankt Martin reitet vorbei. Jedes Kind spielt ein Instrument zum richtigen Moment.
Fingerspiel St. Martin für den Morgenkreis
Fingerspiel Sankt Martin (ab 2 Jahren): Die ganze Geschichte passt in zwei Hände. Der rechte Daumen ist Martin und reitet durch die Stadt. Der linke Daumen ist der arme Mann, der am Stadttor friert. Martin hält an. Beide Hände liegen flach nebeneinander und ziehen auseinander - der Mantel ist geteilt. Dann schließt sich eine Hand um den linken Daumen, bis er ganz darin verschwindet: Jetzt ist ihm warm. Zum Schluss formen alle eine Schale mit den Händen und teilen in die Runde aus. Erzähl dazu in deinen eigenen Worten, langsam und jeden Tag in derselben Reihenfolge. Die Kleinsten machen zuerst nur die Gesten mit, die Worte kommen mit der Wiederholung. Tipp: Mit Figuren geht es auch - Bauklötze als Stadttor, zwei Puppen, ein Spielzeugpferd und ein roter Stoffrest als Mantel. Ältere Kinder übernehmen die Rollen dann selbst.
Laternen-Fingerspiel mit fünf Fingern
Laternen-Fingerspiel mit fünf Fingern: Jeder Finger ist ein Kind mit Laterne. Nacheinander stehen Daumen, Zeigefinger, Mittelfinger, Ringfinger und kleiner Finger auf, und jeder erzählt kurz von seiner Laterne: wie hell sie leuchtet, wer sie gebastelt hat, welches Lied sie am liebsten mag. Beim letzten Finger geht das Licht aus - alle fünf kriechen zurück in die Faust und gehen nach Hause. Die Sätze für die Finger dürfen die Kinder selbst finden. So wird aus dem Fingerspiel ein Gespräch: Wie geht es der Laterne, deren Licht ausgeht? Wer hilft ihr? Variante für die Klanggeschichte: Jede Laterne bekommt einen eigenen Ton auf Triangel oder Glockenspiel. Tipp: Kleine Laternen aus Papier auf einen dunklen Handschuh kleben. Bei den Krippenkindern bleibt der Handschuh an deiner Hand; sie bekommen keine Fingerringe oder Kleinteile.
Bewegungsgeschichte Sankt Martin
Bewegungsgeschichte Sankt Martin (3-6 Jahre): Du erzählst, alle machen mit - im Stehen oder im Sitzkreis, ganz ohne Material. Es ist kalt, Schnee fällt: Die Finger rieseln von oben nach unten. Am Stadttor sitzt ein armer Mann und friert: Alle zittern und reiben sich die Arme. Leute gehen vorbei, schauen weg und schütteln den Kopf. Da kommt Martin geritten: auf der Stelle traben, Helm aufsetzen, der Mantel flattert. Brrr - das Pferd hält an. Martin zieht sein Schwert als Handgeste, ohne Requisit: Die flache Hand teilt den Mantel, eine Hälfte wird hinübergereicht. Der Mann legt sie sich um die Schultern und freut sich. Martin reitet weiter, alle winken ihm nach. Erzähl in kleinen Stücken und mach jede Bewegung einmal vor, damit alle mitkommen. Zu zweit geht es am besten: Eine erzählt, eine macht vor. Tipp: Vorher so viel Platz schaffen, dass alle die Arme ausbreiten können, ohne jemanden zu treffen.
Feiern und Teilen
Martinsgänse backen (3-6 Jahre): Aus Hefeteig Gänse formen. Rosine als Auge. Im Ofen backen. Wenn die Kita nach frischem Brot riecht, ist die Stimmung perfekt. Jedes Kind bekommt eine Gans - und teilt sie mit jemand anderem. Teilen wie St. Martin. Lichterfest im Garten (3-6 Jahre): Vor dem eigentlichen Umzug: Windlichter im Kita-Garten aufstellen. Kinder sitzen im Kreis, Laternen leuchten, eine Geschichte wird erzählt. Kakao und Martinsgänse. Dieser stille Moment vor dem großen Umzug ist oft der schönste. Mantel-teilen nachspielen (3-6 Jahre): Mit einem großen Tuch die Geschichte nachspielen. Ein Kind ist Martin, eines der arme Mann. Die anderen sind Zuschauer und singen dazu. Jedes Kind darf einmal Martin sein.
Laternenzeit ist Gemeinschaftszeit
Sankt Martin in der Kita lebt von der Atmosphäre, nicht vom perfekten Laternenumzug. Lass die Kinder einfache Laternen basteln, die sie selbst geschafft haben. Erzähl die Geschichte so, dass sie berührt. Und wenn beim Umzug eine Laterne kaputtgeht - dann teilt ein Kind sein Licht mit dem anderen. Genau darum geht es.