Der Nikolaustag ist für viele Kinder eine Mischung aus Vorfreude und Aufregung. Ein Mann mit langem Bart und rotem Mantel, über den alle reden, kann kleine Kinder genauso verunsichern wie begeistern. Mit einem ruhigen Ablauf, ein paar passenden Spielen und selbst gebastelten Stiefeln, die danach beim „Nikolaus-Stiefel-Sortieren“ weiter im Einsatz sind, wird der Tag für die ganze Gruppe schön. Übrigens: 2026 fällt der 6. Dezember auf einen Sonntag. Legt den Nikolaustag in der Kita deshalb auf Freitag, den 4. Dezember, oder Montag, den 7. Dezember, und sprecht das früh im Team und mit den Eltern ab.
Nikolaus ohne Angst: darauf kommt es an
Ob ein verkleideter Nikolaus kommt, entscheidet ihr am besten mit Blick auf eure Gruppe. Diese Punkte helfen in beiden Fällen: Erzählt in den Tagen vorher die Legende vom Bischof Nikolaus, der Menschen in Not heimlich geholfen hat. So wissen die Kinder, wer kommt, und dass es ums Schenken und Helfen geht. Ein verkleideter Nikolaus sollte nie überraschend vor der Gruppe stehen. Kündigt ihn an. Ängstlichen Kindern hilft es oft, vorher zu sehen, wer sich Bart und Mantel anzieht. Niemand muss dem Nikolaus die Hand geben, auf seinen Schoß oder nach vorne kommen. Jedes Kind wählt seinen Abstand selbst und darf bei einer vertrauten Fachkraft sitzen bleiben. Lasst Rute, Knecht Ruprecht und Fragen wie „Warst du auch brav?“ weg. Der Nikolaus lobt die Gruppe für etwas, das sie gemeinsam geschafft hat, und nicht einzelne Kinder. In der Krippe geht es ganz ohne Kostüm: Der Nikolaus kommt als Handpuppe oder Bilderbuchfigur, und die gefüllten Stiefel sind Überraschung genug. Die Variante ohne Besuch: Der Nikolaus war heimlich da. Am Morgen stehen die Stiefel gefüllt im Flur, daneben liegt ein kurzer Brief an die Gruppe.
Ein ruhiger Ablauf für den Nikolaustag
Der Tag braucht kein großes Programm. Diese Reihenfolge wechselt zwischen Aufregung und Ruhe ab: Morgenkreis: Bei „Stern reihum“ wandert ein Stern durch den Kreis, und jedes Kind, das mag, erzählt, wem es heimlich eine Freude machen würde. Das passt zur Legende. Stiefel entdecken: Die Stiefel vom Vortag werden gemeinsam geholt. Jedes Kind packt an seinem Platz aus, so muss niemand warten, bis es dran ist. Bewegen: Draußen ist „Gummistiefel-Weitwurf“ an der Reihe, drinnen der „Bohnensäckchen-Zielwurf“ mit einem großen Gummistiefel als Ziel statt eines Eimers. Spielen: Das „Nikolaus-Stiefel-Sortieren“ mit den Stiefeln, die die Kinder vorher gebastelt haben, mehr dazu weiter unten. Ausklang: Die „Lichterkette“ als stiller Abschluss, bei dem ein sanfter Händedruck einmal durch den Kreis wandert.
Spiele für den 6. Dezember
Beim „Nikolaus-Stiefel-Sortieren“ sind die Stiefel durcheinandergeraten, und die Kinder ordnen sie in kleinen Gruppen nach Farbe, Größe oder Muster. Jüngere sortieren nur nach einer gut erkennbaren Farbe, ältere suchen Stiefel, die zu zwei Merkmalen gleichzeitig passen. Gedacht ist das Spiel für 12 bis 20 Kinder, es passt also gut zur ganzen Gruppe. Aus „Fühlsäcke“ wird am Nikolaustag ein Nikolaussack: Mandarine, Tannenzapfen, Handschuh, Mütze und ein kleiner Kinderstiefel liegen darin. Die Kinder ertasten einen Gegenstand, beschreiben ihn und raten erst dann. Zeigt die Dinge vorher einmal offen, dann klappt das Raten auch bei den Jüngeren. Für die Kleinsten passt das Fingerspiel „Himpelchen und Pimpelchen“: Zwei Zwerge wackeln mit ihren Zipfelmützen, schlafen im Berg und springen wieder heraus. Die Mützen erinnern an den Nikolaus, und Kinder, die noch nicht mitsprechen, machen einfach die Bewegungen mit.
Nikolaus basteln mit Kindern unter 3
Bei Krippenkindern zählt das Tun, nicht das fertige Bild. Diese drei Ideen sind einfach, und am Ende ist trotzdem ein Nikolaus zu erkennen: Handabdruck-Nikolaus: Ihr bestreicht die Hand mit weißer Fingerfarbe und drückt sie mit den Fingern nach unten auf dunkles Tonpapier. Nach dem Trocknen werden die Finger zum Bart, darüber klebt ihr einen Kreis als Gesicht und ein rotes Dreieck als Mütze. Reißbild-Stiefel: Ihr schneidet einen großen Stiefel aus Tonkarton vor. Die Kinder reißen rotes Papier in Stücke und kleben sie mit dem Klebestift auf, oben kommt ein weißer Streifen als Fellrand dazu. Pappteller-Nikolaus: Auf die untere Hälfte eines Papptellers kleben die Kinder weiße Papierschnipsel als Bart, oben malt ihr eine rote Mütze. Wattebäusche sehen weicher aus, gehören bei den Kleinsten aber nur unter Aufsicht auf den Tisch, weil sie schnell im Mund landen.
Nikolausstiefel basteln und danach damit spielen
Im Kindergarten wird die Bastelarbeit zum Spielmaterial. Legt eine Stiefel-Schablone in zwei Größen bereit und Tonkarton in drei oder vier Farben. Die Kinder schneiden aus, so gut es geht, und verzieren ihre Stiefel mit Punkten, Streifen oder Sternen. Vorschulkinder legen zwei Stiefel aufeinander, stanzen mit dem Locher Löcher in den Rand und fädeln sie mit Wolle zusammen. So ein Fädelstiefel trägt keine schwere Füllung, aber ein gemaltes Bild oder einen Papierstern. Weil sich die Stiefel in Farbe, Größe und Muster unterscheiden, sind sie genau das richtige Material für das „Nikolaus-Stiefel-Sortieren“. Zwei weitere Spiele mit den selbst gebastelten Stiefeln: Wem gehört der Stiefel? Jedes Kind malt ein eigenes Zeichen auf seinen Stiefel. Ihr versteckt alle Stiefel im Raum, und jedes Kind sucht seinen eigenen. Stiefel-Paare: Jedes Kind bastelt zwei gleiche Stiefel. In Kleingruppen werden die Stiefel gemischt, und die Kinder suchen die passenden Paare. Was in die Stiefel kommt, sprecht ihr im Team ab: eine Mandarine, ein Papierstern, ein kleines Bild oder ein Gutschein für ein Lieblingsspiel der Gruppe. Denkt bei Nüssen und Süßigkeiten an Allergien und an die Kinder unter drei. Mit einem angekündigten Besuch, freier Wahl beim Abstand und Stiefeln, die nach dem Auspacken weiter im Spiel bleiben, wird der Nikolaustag ruhig und trotzdem besonders.